Richtlinien zur APS-Auswahl


100%ige Abbildung von Prozessregeln und –Restriktionen, ohne Programmieren

Die Funktionalität sollte die hundertprozentige Abbildung von Produkteigenschaften, Prozessregeln und Prozessrestriktionen ermöglichen.

  • Besteht eine Ungenauigkeit in der Abbildung von nur einem Prozent werden Planungsergebnisse (Start-/Endtermin) nicht korrekt und müssen manuell angepasst werden. Eine derartige Änderung nur eines Auftrags hat Auswirkung auf Folgeprozesse und parallel laufende Aufträge. Somit sind die gesamten Planungsergebnisse nicht mehr realistisch und man ist bei manueller Planung (Excel) zurück.
  • Bei den Ergebnissen der Produktionsplanung gibt es also keinen Mittelweg: sie sind entweder hundertprozentig korrekt oder nicht (nicht brauchbar).
  • Hierbei sollte kein Programmieren nötig sein, da dies aufwändig ist und dessen Funktionieren und Konsistenz mit anderen Funktionalitäten nicht garantiert ist. Mit einem APS, das umfassende Standardparameter enthält, erübrigt sich das Programmieren.

Multi-Level Finit-Kapazitätsplanung

  • Die Wichtigkeit der Übersicht über Verfügbarkeiten von sämtlichen Hauptressourcen und Sub-Ressourcen liegt auf der Hand, denn ohne die eine oder andere kann nicht produziert werden.
  • Meist gibt es mehrere Ebenen an Sub-Ressourcen, die berücksichtigt werden müssen. Zum Beispiel: Maschinen, Formen, Halterungen, Werkzeuge, Arbeitsstationen, Bediener, etc.

Gleichzeitige Ressourcen- und Materialverfügbarkeitsplanung

  • Daten von Rohmaterialverfügbarkeit und -fluktuationen sowie Verbrauch, Eingangstermine und Timing davon müssen stets im Plan miteinbezogen werden.
  • Gleiches gilt für die Situation von Halbfabrikaten.
  • Und Fertigproduktbestände und -fluktuationen.

Individualisierbare Planungslogik

  • Die Herstellungsprozesse von heutigen Produkten mit ihrer Variantenvielfalt gestaltet sich sehr komplex. Mit einer einfachen herkömmlichen Planungslogik (Vorwärts- oder –Rückwärtsplanung) sind keine optimalen Planungsergebnisse erzielbar.
  • Um Ihre Prozesse miteinander zu synchronisieren, was natürlich zu minimalen Durchlaufzeiten und Beständen führt, ist eine hoch individualisierbare und flexible Planungslogik nötig .
  • Die Planungslogik sollte ohne Programmieren anpassbar- und vollständig auf Ihre Bedürfnisse zuzuschneiden sein, um bestmögliche Planungsergebnisse zu liefern.

Simulation

  • Anhand von Simulationen sollte es möglich sein, realistische und zuverlässige Lieferterminaussagen zu machen.
  • What-If-Szenarien: im Falle von Rohmaterialverspätungen, Maschinenausfall, Eilauftrag, Lieferterminänderungen und Auftragsvolumenänderungen sollten alternative Szenarien kalkulierbar sein.
  • Effekte von dynamischen Simulationen und Änderungen am Plan sollten Auswirkungen auf die gesamte Produktion unverzögert aufzeigen.
  • Simulationen mit verschiedenen Parametereinstellungen sollten Bestandsfluktuationen und dessen Effekte auf die Produktion verdeutlichen.

Future KPI

  • Viele Unternehmen dokumentieren Kennzahlen, um Produktivität, Durchlaufzeit, Kosten, Bestände, etc. der Vergangenheit zu beurteilen. Diese haben freilich geringen Einfluss auf die Zukunft.
  • Kennzahlen der Zukunft haben den Vorteil, verschiedene Geschäftsszenarien und Produktionsstrategien simulieren zu können. Auf dieser Grundlage kann das top Management sinnvolle Entscheidungen für die Zukunft fällen.
  • „Future KPI“ gewähren einen Ausblick in die Zukunft und somit deren Steuerbarkeit.
  • Das Feinplanungssystem sollte für Monate und sogar Jahre Ausblick in die Zukunft gewähren.
  • Zukunftskennzahlen sollten für diverse Aspekte wie Herstellungskosten, Produktionsdurchlaufzeit, Wertschöpfungszeit, Nichtwertschöpfungszeit, Rüstzeit, Ressourcenproduktivität, Bestände und vieles mehr existieren:
  • Für den gesamten Planungshorizont, inklusive sämtlicher Aufträge für Monate und Jahre im Voraus.
  • Periodische-KPI für spezifische Zeitperioden
  • Produkt-KPI für spezifische Zeitperioden
  • Ressourcen-KPI für spezifische Zeitperioden
  • Kunden-KPI für spezifische Zeitperioden

Berechnungsgeschwindigkeit

Sich täglich verändernde Geschäftsumstände erfordern, dass der Planer Simulationen durchführen kann, um die besten Resultate aufzuspüren. Dieser Prozess sollte nicht mehrere Stunden in Anspruch nehmen, sondern Minuten bis Sekunden.

  • Überblicken Sie Auftragsstatus und Durchlaufzeiten für Monate im Voraus.
  • Beobachten Sie gegenwärtige und geplante Produktionsaufträge. (Visualisierung)
  • Engpässe werden frühzeitig ermittelt, sodass „Feuerwehrtätigkeiten“ vermieden werden können.
  • Visuelles Management ermöglicht zum „Blick in die Zukunft“. Dies ermöglich wiederum Frontloading-management und Ermittlung des kostengünstigsten Planungsszenarios.

Visualisierung

  • Viele Feinplanungssysteme (APS) bauen im Code auf zwei Datenbanken auf – eine für das GUI und eine zum Handhaben der Planungsstammdaten. Für den Nutzer hat dies den Nachteil langwieriger Berechnungsperioden (bei jeder Neuplanung) und damit stark eingeschränkter Flexibilität. In Anpassungsmöglichkeiten des GUI gibt es dadurch auch wenig Flexibilität. Der Vorteil liegt einzig beim Software-Anbieter: einfache Programmierung! Ein APS sollte im Code auf einer einzigen Datenbank aufgebaut sein, die GUI und Planungsstammdaten vereint.
  • Dies expandiert den Visualisierungsumfang in Flexibilität; er sollte enthalten:
  • Status der Prozesssynchronisation zwischen Maschinenbearbeitung, Unterbaugruppen, Endmontage, Prüfung, etc.
  • Herstellungsprozedere und verwandte Materialfluktuationen
  • Ressourcenauslastung und -verfügbarkeit
  • Auftragsstatus und -verfügbarkeit

Flexible Schnittstelle zur IT-Umgebung

Diese sollte Zugriff auf mehrere Systeme erlauben, unter anderem auf das ERP-System, MES, BDE-System, etc.

  • Überblicken Sie Auftragsstatus und Durchlaufzeiten für Monate im Voraus.
  • Beobachten Sie gegenwärtige und geplante Produktionsaufträge. (Visualisierung)
  • Engpässe werden frühzeitig ermittelt, sodass „Feuerwehrtätigkeiten“ vermieden werden können.
  • Visuelles Management ermöglicht zum „Blick in die Zukunft“. Dies ermöglich wiederum Frontloading-management und Ermittlung des kostengünstigsten Planungsszenarios.

White Box anstatt Black Box

  • Eine Black Box lässt, wie der Name schon sagt, nicht auf die innere Wirkungsweise schließen. Für ein APS bedeutet dies, dass die logische Konsistenz zwischen Parametern aller Ebenen und den Planungsergebnissen nicht nachvollziehbar ist! Zum Erstellen von realistischen Planungsergebnissen müssen für den Nutzer die Funktionsweise von Parametern und Planungslogik zu Planungsergebnissen transparent und verständlich sein. = White Box-System
  • Auf einer solchen Grundlage können eigene APS-Experten ausgebildet werden, die dazu in der Lage sind, selbst Anpassungen und Verbesserungen vorzunehmen (ohne Programmieren oder Unterstützung vom Anbieter!)
  • Weiterhin „belehrt“ ein White Box-System die Planer und Manager, womit diese durch Auswahl des besten Planungsszenarios Fabrikergebnisse verbessern.

Softwarekosten

  • Ein APS beeinflusst maßgeblich:
  • Produktionsdurchlaufzeit
  • Höhe der Bestände
  • Cash Flow
  • Ressourcen-Produktivität
  • Herstellungskosten
  • Lizenz- und Implementierungskosten:
  • Bei der APS Auswahl soll man die Software Direktkosten nicht vergleichen, sondern die auf den 10 vorangegangenen Seiten beschriebenen Funktionen über den Preisvergleich stellen!
  • Mit einem APS, dass die oben genannten fünf Punkte abdeckt, wird das ROI schnell in einem Jahr erreicht. Und das meist mehrfach! Entscheiden Sie alleinig auf preislicher Grundlage, besteht die Gefahr, dass Sie nach ein paar Jahren der Enttäuschung erneut auf die Suche gehen müssen.